Paul Wegener (Deutschland, 1920)
Endlich: Wegeners Klassiker auf großer Leinwand und mit Live-Pianobegleitung von Uwe Oberg, der die meisten Stummfilme Wiesbadener Caligari Kino musikalisch begleitet. Die Illusion ist perfekt: jazzig-klassische Verzierrungen in den Ohren und dazu diese unheimliche Geschichte vor der gewohnten, expressionistischen Filmarchitektur der damaligen Zeit. Die Häuser des jüdischen Ghettos neigen sich zu allen Seiten, während Rabbi Löw seine Kreatur modelliert, die die jüdische Gemeinde vor dem kommenden Unheil retten soll.
Regisseur Wegener spielt selbst den Mann aus Lehm. Wenn er nach all den Strapazen schließlich das Tor aufbricht, das Ghetto verlässt und ein kleines Mädchen in die Arme nimmt, da merkt man plötzlich wie der Film das symbolische Bild vorwegnimmt, das man aus Whales „Frankenstein“ kennt: die Konfrontation von Mensch und Kreatur, von Unschuld und Monster, dessen Seelenexistenz man hinterfrag. Der Golem, letztendlich bloß ein hilfloses Werkzeug, das sogar von einem kleinen Kind außer Betrieb gestellt werden kann. Ein aufregender Film, oft übertrieben und nicht immer logisch, ein sympathisches Opfer seiner Zeit.







Schemen- und schleierhaft wie eine piktorialistische Fotografie eines frühen Edward Weston wirkt dieser Film. Außerdem Dreyers erster Tonfilm; man merkt wie er noch von diesem neuen Medium und Gestaltungsmittel eingeschüchtert ist, weil der Einsatz von Sprache so extrem sparsam ist. Der Däne drehte in Deutsch, ließ die Darsteller daher ihre wenigen Texte phonetisch lernen.
Kein Shakespeare-Fan, doch wenn der dicke Orson (damals noch nicht ganz so dick) etwas in die Hände nimmt, wird das meiste zu Gold, oder verdient zumindest Beachtung. Und seine Othello-Verfilmung sowieso. Das besondere an Welles’ Filmen: schon nach wenigen Bildern weiß man, dass es ein Welles-Film ist, weil er seine Kamera immer da hingestellt hat, wo es sonst kein anderer Mensch tun würde; vermutlich irgendwo ganz tief auf dem Boden liegend, so dass jeder auf dem Set darüber stolperte. 

Und schon wieder was gutes von Akira. Und außerdem die erste Zusammenarbeit vom Meister und seinem treusten Diener Toshiro Mifune, der hier noch seine Samurai-Rüstung zu Hause gelassen hatte, die er aber später fast nie mehr ablegte. Ich erkannte ihn nicht auf Anhieb. Gerade deswegen. Und weil er noch jung, frisch und munter aussieht. 